Bankgespräch zur Renovierung: Die richtigen Unterlagen und Argumente für den Kredit

Bankgespräch zur Renovierung: Die richtigen Unterlagen und Argumente für den Kredit Feb, 19 2026

Wenn du deine Immobilie renovieren willst, aber nicht genug Geld auf dem Konto hast, ist ein Renovierungskredit die logische Lösung. Doch viele Menschen scheitern nicht an der Idee, sondern an der Vorbereitung des Bankgesprächs. Die Bank will nicht nur hören, was du vorhast - sie will sehen, dass du es wirklich schaffst. Und das bedeutet: klare Unterlagen, echte Zahlen und eine überzeugende Logik.

Was die Bank wirklich braucht - nicht das, was du denkst

Die meisten Antragsteller bringen einen Haufen Papier mit: Fotos vom alten Bad, einen Zettel mit geschätzten Kosten, vielleicht ein Angebot vom Handwerker. Das reicht nicht. Die Bank prüft, ob du das Projekt finanzieren kannst - nicht ob du es gerne hättest. Dafür braucht sie vier Säulen: deine persönliche Finanzlage, die Kostenplanung, den Zustand der Immobilie und die Sicherheit für sie.

Dein Personalausweis und die letzten drei Gehaltsnachweise sind der Anfang. Aber wenn du mehr als 50.000 Euro brauchst, kommen auch die Kontoauszüge der letzten drei Monate dazu. Die Bank schaut: Hast du monatlich Geld übrig? Wohin fließt dein Geld? Wie viel sparst du wirklich? Ein Konto mit vielen Ausgaben für Urlaub, Restaurants oder neue Elektronik wirkt nicht stabil - selbst wenn du gut verdienst.

Die Kostenaufstellung: Dein wichtigstes Dokument

Hier liegt der Schlüssel. Viele Antragsteller schreiben: „Renovierung Bad: ca. 10.000 €“. Das ist kein Angebot. Das ist ein Wunsch. Die Bank braucht konkrete Zahlen - und zwar von echten Anbietern.

Ein Kostenvoranschlag von einer Baufirma, unterschrieben und mit Stempel, ist das Minimum. Wenn du mehrere Handwerker hast, bringe alle Angebote mit. Ordne sie in einer Tabelle: Was wird gemacht? Was kostet das Material? Was kostet die Arbeit? Welche Lieferfristen gibt es? Eine Excel-Datei ist völlig in Ordnung - Hauptsache, sie ist vollständig.

Was oft fehlt: Nebenkosten. Abbruch, Müllabfuhr, Baustrom, temporäre Unterkunft, Genehmigungsgebühren, Versicherungen. Wenn du diese nicht einrechnest, läufst du schnell über das Budget. Und das ist der schnellste Weg, um die Bank zu verlieren. Eine Kostenaufstellung ohne diese Punkte wirkt wie eine Einladung zum Risiko - und Banken mögen keine Risiken.

Warum ein Sachverständigengutachten nicht nur „nice to have“ ist

Für Projekte über 30.000 Euro empfehlen die meisten Banken - manchmal verlangen sie - ein geprüftes Gutachten von einem zertifizierten Sachverständigen. Das kostet ab 199 Euro, aber es spart dir viel mehr.

Dieses Gutachten bestätigt: Die Kosten sind realistisch. Die Maßnahmen sind notwendig. Die Immobilie wird nach der Renovierung wertvoller. Es ist kein bloßer Kostenvoranschlag - es ist eine professionelle Prüfung. Die Bank vertraut diesem Dokument, weil es von einem neutralen Experten kommt, nicht von dir oder deinem Handwerker.

Wenn du ein solches Gutachten hast, erhöhst du deine Chancen auf den Kredit deutlich. Und wenn du später Probleme mit dem Handwerker hast - etwa er macht teurer als geplant - dann hast du mit dem Gutachten eine Grundlage, um die Bank um eine Anpassung zu bitten. Ohne Gutachten? Dann ist es nur ein Wort gegen ein anderes.

Dekadentes Wohnzimmer mit Schäden neben einem Renovierungsplan und Werkzeug.

Was die Immobilie sagt - und warum das zählt

Die Bank finanziert nicht nur dich - sie finanziert auch die Immobilie. Sie will wissen: Ist das Haus stabil? Ist es energieeffizient? Ist es marktfähig?

Dafür braucht sie: den Grundbuchauszug (aktuell, nicht älter als drei Monate), das Baujahr, die Art der Nutzung (selbst genutzt oder vermietet), den Verkehrswert und den Beleihungswert. Wenn du eine alte Heizung hast, die noch auf Öl läuft, und du auf Gas oder Wärmepumpe umstellen willst - sag das. Energieeffiziente Maßnahmen werden von Banken belohnt. Manche bieten sogar bessere Zinsen für Sanierungen, die den Energieausweis verbessern.

Bilder helfen. Nicht die schönen, inszenierten Fotos von Instagram - sondern echte Aufnahmen vom Zustand: Risse in der Fassade, nasse Wände, alte Fenster, kaputte Dachziegel. Ein Bild sagt mehr als hundert Worte. Und es zeigt der Bank: Du siehst das Problem. Du willst es lösen. Du bist kein Träumer.

Eigenleistungen: Ja - aber nur mit Nachweis

„Ich mache die Malerarbeiten selbst.“ „Ich verlege den Boden.“ „Ich montiere die Küchenfronten.“ Das klingt gut. Und es ist auch gut - aber nur, wenn du es richtig sagst.

Banken erkennen Eigenleistungen an - aber nur die Materialkosten. Den Lohn für deine Arbeit zählen sie nicht. Du musst also klar sagen: „Ich übernehme die Malerarbeiten. Die Materialkosten dafür betragen 1.200 €.“ Nicht: „Ich spare 3.000 € an Lohn.“ Das hört sich an, als würdest du die Bank belügen.

Und: Zeig, dass du es kannst. Hast du Erfahrung? Bist du Handwerker? Hast du früher schon mal so etwas gemacht? Ein Foto von einer früheren Renovierung, ein Zertifikat, ein Nachweis aus der Ausbildung - alles hilft. Banken vertrauen nicht einfach nur auf deine Worte. Sie brauchen Beweise.

Hand hält Schlüssel, der zu einem Weg aus Renovierungs- und Kredit-Symbolen führt.

Was passiert nach dem Kredit?

Die Bank gibt dir das Geld nicht in einem Rutsch. Meist wird es in Raten ausgezahlt - nach Meilensteinen. Du baust das Bad? Dann kommt der erste Teil. Du hast die Fenster eingebaut? Dann der nächste. Dafür musst du Berichte liefern: Fotos, Rechnungen, Unterschriften des Handwerkers.

Wenn du nach dem Kredit nichts mehr meldest, wird die Bank misstrauisch. Sie will wissen: Wird das Projekt wirklich fertig? Wird das Geld wirklich für die Renovierung verwendet? Ein paar kurze Berichte, die du selbst schreibst - „Fenster wurden am 15. März eingebaut, Rechnung liegt vor“ - reichen völlig aus. Sie zeigen: Du bist verantwortlich. Du hältst deine Versprechen.

Warum du nicht einfach „einfach mal fragen“ solltest

Viele Menschen denken: „Ich gehe hin, erzähle, was ich vorhabe, und hoffe auf das Beste.“ Das funktioniert nicht. Die Bank hat einen Prozess. Und dieser Prozess basiert auf Dokumenten, nicht auf Gesprächen.

Ein guter Kredit ist kein Glück. Er ist das Ergebnis einer sauberen Vorbereitung. Wer mit vollständigen Unterlagen kommt - Kostenvoranschläge, Gutachten, Fotos, Gehaltsnachweise - hat eine viel höhere Chance als jemand, der nur eine Idee hat.

Und wenn du die Unterlagen nicht hast? Dann warte. Hol sie dir. Ein Gutachten, ein neuer Kostenvoranschlag, ein aktueller Grundbuchauszug - das dauert ein paar Tage. Aber es spart dir Monate an Verhandlungen, Ablehnungen und Enttäuschungen.

Was du jetzt tun solltest

1. Sammele alle Kostenvoranschläge - von mindestens zwei Handwerkern. Vergleiche sie. Streiche zu hohe oder zu niedrige.

2. Erstelle eine Tabelle mit allen Kosten: Material, Arbeit, Nebenkosten, Genehmigungen.

3. Beschaffe Fotos vom aktuellen Zustand - besonders von Problembereichen.

4. Prüfe, ob du ein Sachverständigengutachten brauchst - ab 30.000 Euro ist es fast Pflicht.

5. Bereite deine Eigenleistungen vor - nur die Materialkosten, nicht die Arbeitszeit.

6. Hole den Grundbuchauszug - online oder beim Grundbuchamt.

Wenn du diese Schritte machst, kommst du ins Bankgespräch nicht als jemand, der Geld braucht - sondern als jemand, der ein durchdachtes Projekt hat. Und das ist der Unterschied zwischen „nein“ und „ja“.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Renovierungskredit?

Die meisten Banken verlangen mindestens 10 bis 20 Prozent Eigenkapital. Das bedeutet: Wenn die Renovierung 80.000 Euro kostet, solltest du mindestens 8.000 bis 16.000 Euro selbst einbringen. Das kann Geld vom Sparbuch sein, aber auch der Wert von Eigenleistungen - nur die Materialkosten, nicht die Arbeitszeit. Wer kein Eigenkapital hat, bekommt selten einen Kredit - es sei denn, er hat eine sehr sichere Einkommensquelle und eine Immobilie mit hohem Verkehrswert.

Kann ich den Kredit auch für kleine Maßnahmen bekommen, wie neue Fenster?

Ja, aber es ist schwieriger. Für kleinere Projekte unter 10.000 Euro haben viele Banken keine speziellen Produkte. Du musst dann oft einen Ratenkredit beantragen, der teurer ist. Besser: Warte, bis du mehr Maßnahmen zusammenfasst - etwa Fenster, Heizung und Dachisolierung. So wird das Projekt attraktiver, und du bekommst günstigere Konditionen. Einzelne kleine Maßnahmen sind für Banken oft nicht rentabel zu prüfen.

Was passiert, wenn ich die Kosten überschreite?

Wenn du mehr ausgibst als geplant, hast du ein Problem. Die Bank zahlt nur, was im Kreditvertrag steht. Wenn du 50.000 Euro genehmigt bekommst, aber 65.000 brauchst, musst du die Differenz selbst zahlen. Du kannst die Bank um eine Nachfinanzierung bitten - aber das ist kein Recht. Sie prüft dann erneut deine Einkommenslage und kann ablehnen. Deshalb: Immer mit Puffer planen. Mindestens 10 Prozent mehr als der Kostenvoranschlag.

Brauche ich eine Baugenehmigung für meine Renovierung?

Nicht immer. In Österreich hängt es vom Bundesland und von der Art der Maßnahme ab. In Salzburg brauchst du keine Genehmigung für Innenausbau, neue Fenster oder eine Wärmepumpe - aber für einen Anbau, eine Dachterrasse oder eine Änderung der Fassade schon. Die Bank will den Nachweis der Genehmigung - wenn nötig - als Teil der Unterlagen. Ohne ihn kann sie den Kredit nicht sicher vergeben. Frag beim Bauamt nach, bevor du loslegst.

Kann ich den Kredit auch für eine Mietimmobilie beantragen?

Ja - und oft sogar mit besseren Konditionen. Wenn du eine Immobilie vermietest, ist sie für die Bank ein sicheres Investment. Sie sieht das Mieteinkommen als zusätzliche Sicherheit. Du musst aber den Mietvertrag und die letzten Mietzahlungen nachweisen. Die Bank will wissen: Ist die Wohnung gut vermietet? Ist der Mieter zuverlässig? Ist der Vertrag langfristig? Eine gut vermietete Immobilie erhöht deine Kreditwürdigkeit deutlich.