Fassade gedämmt und neu gestaltet: Vorher-Nachher-Vergleich mit echten Zahlen

Fassade gedämmt und neu gestaltet: Vorher-Nachher-Vergleich mit echten Zahlen Feb, 7 2026

Wenn du deine Fassade sanierst, geht es nicht nur ums Aussehen. Es geht um Energie. Um Geld. Um Wohlfühlen. Und um den Wert deines Hauses. Viele Hausbesitzer in Österreich und Deutschland denken: "Ich mache das mal eben mit einem neuen Putz." Doch was passiert wirklich, wenn du richtig dämmst? Und wie sieht es danach aus - wirklich?

Was passiert, wenn du die Fassade nicht dämmst?

Stell dir ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren vor. 150 Quadratmeter Außenfläche, dicke Ziegelwände, aber keine Dämmung. Die Heizkosten? Im Winter läuft die Heizung fast rund um die Uhr. Die Wände sind kalt. An manchen Stellen bildet sich Schimmel. Und die Luft? Immer leicht zugig, egal wie gut die Fenster sitzen. Das ist kein Einzelfall. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz entstehen bis zu 25 % aller Heizenergieverluste durch ungedämmte Außenwände. Bei einem Haus mit 150 m² Fassade und einem Jahresverbrauch von 150 kWh/m²a sind das über 10.000 kWh pro Jahr - also fast 1.000 Euro mehr als nötig.

Die drei Hauptmethoden im Vergleich

Es gibt nicht nur eine Art, eine Fassade zu sanieren. Drei Systeme dominieren den Markt - und sie unterscheiden sich massiv in Kosten, Effizienz und Auswirkung.

Vergleich der drei gängigsten Fassadendämmsysteme
System Kosten pro m² U-Wert nach Sanierung Einsparung Heizkosten Dauer der Sanierung Wertsteigerung
WDVS (Wärmedämmverbundsystem) 100-200 € 0,20-0,24 W/(m²K) 15-20 % 4-6 Wochen 15-20 %
Kerndämmung 35-50 € 0,25-0,30 W/(m²K) 8-15 % 2-3 Wochen 5-8 %
Hinterlüftete Vorhangfassade 200-300 € 0,18-0,22 W/(m²K) 20-25 % 8-12 Wochen 20-30 %

Das WDVS ist das Standardverfahren. Dämmplatten aus Polystyrol, Holzfaser oder Mineralwolle werden an die Wand geklebt, mit Armierungsgewebe abgesichert und mit Putz versehen. Es ist die günstigste Option, die gleichzeitig die größte Wirkung entfaltet. Die Neugestaltung der Fassade - etwa mit einem hellen Silikonharzputz - macht das Haus sofort moderner. Ein Nutzer aus Salzburg berichtet: "Nach der Sanierung mit Holzfaserplatten und weißem Putz sanken unsere Heizkosten von 2.300 auf 1.650 Euro pro Jahr. Und die Nachbarn fragen jetzt, ob wir renoviert haben. Ja - aber nicht nur optisch."

Die Kerndämmung ist eine Alternative für Häuser mit zweischaligem Mauerwerk. Hier wird Dämmmaterial in den Hohlraum zwischen den Wänden gepresst. Kein Putz, keine Veränderung des Äußeren. Das klingt verlockend - und ist preiswert. Aber: Es greift nicht alle Wärmebrücken an. Fensteranschlüsse, Deckenanschlüsse, Ecken - dort bleibt die Kälte. Ein Hausbesitzer aus Linz sagt: "Wir haben 8 % Einsparung erreicht - aber nur, weil die Firma die Bohrlöcher nach der Montage nicht richtig verschlossen hat. Danach hat es wieder gezogen."

Die hinterlüftete Vorhangfassade ist das Premium-System. Eine zweite, abgehängte Wand aus Metall oder Holz wird vor die alte Fassade gesetzt. Zwischen den beiden Wänden zirkuliert Luft - das reduziert nicht nur Wärme, sondern auch Lärm. Die Außenhülle kann aus Holz, Aluminium, Stein oder sogar Glas bestehen. Es ist teuer, aber langlebig: bis zu 50 Jahre. Und es bringt den höchsten Wertzuwachs. Wer hier investiert, bekommt nicht nur ein energieeffizientes Haus, sondern ein architektonisches Statement.

Die versteckten Kosten - und wie du sie vermeidest

Viele vergessen: Dämmung macht die Wand dicker. Und das hat Folgen. Regenrinnen müssen nach außen verlegt werden. Fensterbänke werden zu kurz. Dachüberstände reichen nicht mehr. Die Kosten dafür? Im Schnitt 1.500 bis 3.000 Euro extra. Wer das nicht einplant, gerät in Stress. Ein Bauunternehmer aus Innsbruck sagt: "Wir haben letztes Jahr ein Haus mit WDVS gedämmt. Die Familie hatte keinen Cent für die Anpassung der Dachrinnen eingeplant. Am Ende mussten wir den ganzen Regenablauf neu bauen - das hat 2.800 Euro gekostet."

Auch die Förderung ist kein Selbstläufer. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zahlt bis zu 20 % der Kosten - aber nur, wenn der U-Wert 0,20 W/(m²K) erreicht wird. Das ist machbar mit WDVS, wenn du hochwertige Dämmstoffe wie Polyurethan oder Naturfasern verwendest. Aber: Du brauchst einen Energieberater, der den Antrag stellt. Und der muss vor der Sanierung kommen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) sagt: "Bei 35 % aller Sanierungen werden die Einsparungen nicht erreicht - weil die Abdichtung an Fenstern, Türen und Übergängen schlecht gemacht wurde." Vergleich dreier Fassadendämmsysteme: WDVS, Kerndämmung und hinterlüftete Fassade mit sichtbaren Materialunterschieden und Lichtverhältnissen.

Was Experten wirklich sagen

Dr. Martin Selter vom Institut für Wärmedämmung in München sagt: "Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung verbessert den Wohnkomfort 365 Tage im Jahr. Nicht nur, weil es wärmer ist. Sondern weil es trocken bleibt. Weil es keine Zugluft mehr gibt. Weil die Wände nicht mehr kalt anfühlen."

Doch es gibt einen Haken: den Rebound-Effekt. Prof. Dr. Hans-Martin Henning vom ZSW erklärt: "Nach der Sanierung heizen viele Menschen ihre Räume wärmer. Sie öffnen mehr Fenster, weil es nicht mehr kalt ist. Sie nutzen die Dachgeschosse, weil sie jetzt warm genug sind. Das fressen bis zu 40 % der eingesparten Energie wieder auf."

Das bedeutet: Du sparst nicht nur, weil du dämmst. Du sparst, weil du deine Heizgewohnheiten änderst. Wer nach der Sanierung die Thermostate auf 22 °C dreht, hat kaum Einsparung. Wer sie auf 19 °C hält, hat eine echte Verbesserung.

Was die Nutzer wirklich erleben

Auf Sanierungsportalen wie sanierungsfuchs.de wurden 3.500 Projekte bewertet. Die Ergebnisse sind klar:

  • WDVS: 4,2 von 5 Sternen
  • Kerndämmung: 3,7 von 5 Sternen
  • Hinterlüftete Fassade: 4,5 von 5 Sternen

78 % der Nutzer sagen: "Die optische Neugestaltung hat mehr Wert gebracht als die Energieeinsparung."

Ein Beispiel aus Salzburg: Ein Haus aus den 1960ern mit grauem Putz und abblätternden Fugen wurde mit WDVS und einem dunkelgrauen mineralischen Putz neu gestaltet. Die Heizkosten sanken von 2.100 auf 1.550 Euro pro Jahr. Der Verkaufswert stieg um 18 %. Der Käufer sagte später: "Ich hätte das Haus nicht gekauft, wenn es so ausgesehen hätte wie vorher." Modernisierte Fassade mit dunklem Putz, solaraktiven Elementen und warmem Licht im Inneren, Familie berührt eine warme Wand.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft der Fassadendämmung ist nicht nur dicker, sondern auch smarter. Transparente Wärmedämmverbundsysteme (TWD) nutzen Sonnenenergie - sie lassen Licht durch, speichern Wärme und reduzieren den Heizbedarf weiter. Und Photovoltaik integriert sich immer mehr in die Fassade: Solarziegel, Sonnenkollektoren als Fassadenelemente. Bis 2030, sagt das Fraunhofer-Institut, werden über 30 % der neuen Fassaden solaraktive Komponenten enthalten.

Doch es bleibt ein Problem: Recycling. Nur 15 % des verwendeten Polystyrols werden heute wiederverwertet. Naturdämmstoffe wie Hanf, Schafwolle oder Zellulosefaser dagegen sind zu 95 % kompostierbar. Sie kosten mehr - 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter - aber sie sind die Zukunft. Und sie entsprechen dem, was immer mehr Bauherren wollen: ein Haus, das nicht nur gut ist - sondern auch nachhaltig.

Wie viel kostet eine Fassadendämmung im Durchschnitt?

Die Kosten liegen zwischen 35 und 300 Euro pro Quadratmeter, je nach System. Kerndämmung ist mit 35-50 € pro m² am günstigsten, WDVS mit 100-200 € der Standard, und eine hinterlüftete Fassade kostet 200-300 €. Hinzu kommen 1.500-3.000 € für Anpassungen an Dachrinnen, Fensterbänken und Dachüberständen.

Lohnt sich eine Fassadendämmung wirklich?

Ja - aber nur, wenn sie richtig gemacht wird. Eine WDVS-Sanierung amortisiert sich in 15-20 Jahren durch Heizkosteneinsparungen von 15-20 %. Zusätzlich steigt der Immobilienwert um 15-20 %. Wer die Heiztemperatur nach der Sanierung nicht erhöht, spart langfristig mehr Geld als bei jeder anderen Modernisierung.

Kann ich meine Fassade dämmen, ohne sie zu verändern?

Nur mit Kerndämmung - aber das ist nicht empfehlenswert. Sie greift nur die Hohlraumwand an, nicht Wärmebrücken an Fenstern oder Decken. Außerdem ist die Einsparung geringer als bei WDVS. Die optische Veränderung ist ein wichtiger Teil des Wertzuwachses - und oft der Hauptgrund, warum Hausbesitzer sanieren.

Welche Dämmstoffe sind am besten?

Für beste Dämmwerte: Polyurethan (Lambda 0,022-0,028 W/mK). Für Nachhaltigkeit: Holzfaser, Hanf oder Zellulose (Lambda 0,035-0,050 W/mK). Polystyrol (Styropor) ist günstig, aber schwer recycelbar. Die Wahl hängt von Budget, Umweltbewusstsein und Dämmstärke ab.

Wann muss ich die Fassade dämmen?

Laut GEG (Gebäudeenergiegesetz) musst du dämmen, wenn mehr als 10 % der Fassadenfläche erneuert werden - z. B. bei Neuputzen, Neudämmung oder Fenstertausch. Seit 2020 ist das Pflicht. Wer nicht dämmt, kann keine Förderung erhalten und riskiert spätere Nachbesserungen.

Was du jetzt tun kannst

1. Hole dir eine kostenlose Energieberatung von einem zertifizierten Fachmann. Die dena empfiehlt das ausdrücklich. 2. Lass dir drei Angebote machen - für WDVS, Kerndämmung und eine hinterlüftete Variante. 3. Rechne mit den zusätzlichen Kosten für Dachrinnen und Fensterbänke. 4. Prüfe, ob du die Förderung bekommst - und ob du den U-Wert von 0,20 erreichen kannst. 5. Wähle nicht nur nach Preis. Wähle nach Qualität, Nachhaltigkeit und Aussehen. Dein Haus wird dir dafür danken - nicht nur in 15 Jahren, sondern schon morgen, wenn du das erste Mal im Winter warme Wände berührst.