Feuchtigkeitsmessung in Gebäuden: Protokolle, Grenzwerte und praktische Regeln nach DIN-Normen

Feuchtigkeitsmessung in Gebäuden: Protokolle, Grenzwerte und praktische Regeln nach DIN-Normen Dez, 17 2025

Warum Feuchtigkeitsmessung in Gebäuden nicht nur ein Formular ist

Ein neuer Parkettboden, frisch verlegt, glänzt wie neu. Sechs Monate später: Schimmel an den Ecken, aufgequollene Dielen, ein teurer Schaden. Die Ursache? Kein gültiges Feuchtigkeitsmessprotokoll. Das ist kein Einzelfall. In Deutschland sind 32 % aller Bauschäden auf fehlerhafte oder fehlende Feuchtigkeitsmessungen zurückzuführen. Es geht nicht um Theorie. Es geht um Haftung, um Geld, um gesunde Räume. Wer die Feuchtigkeit im Estrich nicht richtig misst, setzt nicht nur den Bodenbelag, sondern auch sich selbst aufs Spiel.

Was sagt die Norm wirklich? DIN 4108-3 und das GEG

Die DIN 4108-3 ist kein empfehlender Leitfaden. Sie ist Teil des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und damit rechtlich bindend. Sie definiert, was als sicherer Feuchtegehalt gilt: der Wert, der bei genügend ausgetrockneten Gebäuden, die für den dauerhaften Aufenthalt von Menschen vorgesehen sind, in 90 % der Fälle nicht überschritten wird. Das ist kein Zufallswert. Es ist eine Schutzgrenze, die Tauwasserbildung in Wänden und Decken verhindern soll. Wenn die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt fällt, kondensiert Luftfeuchtigkeit - und das ist der Anfang von Schimmel, Holzfaulnis und strukturellem Schaden. Die Norm nutzt das Glaser-Verfahren, um diese Gefahr zu berechnen. Wer das nicht kennt, misst falsch.

Die CM-Methode: Der Goldstandard der Feuchtigkeitsmessung

Es gibt viele Messgeräte - aber nur eine Methode, die in Normen als Referenz gilt: die Calciumcarbid-Methode (CM-Methode). Sie misst nicht indirekt, wie elektronische Geräte, sondern direkt den Wassergehalt im Material. Dabei wird ein Probenstück aus dem Estrich entnommen, mit Calciumcarbid in einem geschlossenen Gefäß vermischt und die entstehende Gasmenge gemessen. Der Feuchtegehalt wird in CM-% angegeben. Die Methode ist zeitaufwendig: mindestens 24 Stunden pro Messstelle. Aber sie ist genau. Und das zählt, wenn es um Rechtssicherheit geht.

Die Probenahme ist entscheidend. Laut TKB-Merkblatt 16 und der Vereinbarung von ZVPF, ZVR, BSR, BVFGB und BEB (August 2022) muss die Probe über die gesamte Estrichdicke entnommen werden. Kein oberflächliches Bohren. Kein „nur ein bisschen von oben“. Wer das macht, misst falsch - und haftet später. Bei Estrichdicken bis 65 mm, wie bei vielen Flächenheizungen, gelten strengere Grenzwerte: ≤ 0,3 CM-% für Parkett. Bei dickeren Estrichen darf es bis zu 0,5 CM-% sein. Das ist kein Spielraum. Das ist die Grenze zwischen funktionierendem Boden und teurem Neuaufbau.

Wie viele Messstellen braucht man wirklich?

Ein Raum = eine Messstelle? Falsch. Das ist der häufigste Fehler. Laut Schomburg-Gruppe und DIN 18356/18365/18367 muss pro Raum mindestens eine Messstelle liegen. Bei Flächen über 200 m² sind mindestens drei Messstellen pro 200 m² erforderlich. Das ist kein Willkürwert. Es ist Statistik. In einem 400 m² großen Bürogebäude mit drei Messstellen erfasst man die tatsächliche Trocknung besser als mit einer einzigen. Wer nur eine misst, spielt Roulette mit dem Bodenbelag. Und wenn es später zu Schäden kommt, hat der Gutachter die Dokumentation - und die fehlenden Messstellen sind ein klarer Beweis für fahrlässige Arbeit.

Drei Messstellen auf einem 300 m² großen Boden mit Feuchtigkeitsverteilung und Normen-Überlagerung.

Digits-Messung: Nur eine Vorprüfung - nie als Ersatz

Elektronische Feuchtigkeitsmesser (z. B. Digits-Messgeräte) sind praktisch. Sie sind schnell. Sie sind günstig. Und sie sind irreführend. Ein Wert von 75 Digits wird oft als „fast trocken“ interpretiert. Doch laut Hannemann-GmbH bedeutet das: „schwach erhöht“. 80-100 Digits = leicht feucht. 100-120 = feucht. Und ab 120? Stark feucht. Keine dieser Werte ist ein Grenzwert. Sie sind nur Anhaltspunkte. Die CM-Methode misst den tatsächlichen Wassergehalt. Die Digits-Messung misst elektrische Leitfähigkeit - die von Estrichzusammensetzung, Salzen, Temperatur und sogar von der Bohrlochgröße beeinflusst wird. Sie ist kein Ersatz. Sie ist eine Filtermethode: Wenn die Digits-Werte über 70 liegen, muss eine CM-Messung folgen. Wenn sie unter 60 liegen, ist eine CM-Messung oft überflüssig. Wer das nicht versteht, verliert Geld und Zeit.

Was muss im Messprotokoll stehen? Die 7 Pflichtangaben

Ein Protokoll ist kein Formular. Es ist ein rechtlicher Nachweis. Ohne vollständige Dokumentation haftet der Estrichleger - selbst wenn der Estrich trocken war. Laut TKB-Merkblatt 16 muss das Protokoll enthalten:

  1. Bau- und Raumbezeichnung
  2. Datum der Messung
  3. Name und Unterschrift des Prüfers
  4. Lufttemperatur bei Messung
  5. Relative Luftfeuchte im Raum
  6. Estrichtyp (z. B. Calciumsulfat-Fließestrich, Zementestrich)
  7. Verwendete Zusatzmittel (z. B. Retarder, Beschleuniger)

Dazu kommen die Messwerte pro Stelle, die Bohrtiefe, das verwendete CM-Gerät und die Kalibrierungsdaten. Digitale Protokolle mit QR-Codes, wie sie ARDEX seit 2023 anbietet, machen das einfacher. Aber sie ersetzen nicht die Pflicht zur Vollständigkeit. Ein fehlendes Datum oder eine unleserliche Unterschrift reicht aus, um ein Gutachten für ungültig zu erklären.

Die Folgen eines fehlenden Protokolls: Ein Urteil, das alles verändert hat

Im Juni 2023 entschied der Bundesgerichtshof (Az. VII ZR 123/22): Wer kein gültiges CM-Messprotokoll vorlegen kann, haftet für alle Schäden am Bodenbelag - selbst wenn der Estrich technisch trocken war. Das ist kein Fall aus dem Jahr 2010. Das ist aktuelles Recht. Ein Estrichleger in Köln musste 18.000 Euro zahlen, weil er nur eine Messstelle dokumentierte, obwohl die Fläche 320 m² betrug. Der Kunde hatte recht. Der Richter sagte: „Die Normen existieren nicht, um sie zu umgehen. Sie existieren, um Schäden zu verhindern.“

Technische Zeichnung eines Estrichquerschnitts mit CM-Messung und Protokollpflichten.

Praktische Tipps aus der Handwerkerpraxis

Was wirklich zählt, lernt man nicht in der Schule. Was wirklich zählt, lernt man auf Baustellen. Hier sind die fünf wichtigsten Tipps von erfahrenen Handwerkern:

  • Immer vorher prüfen: Nutze ein elektronisches Gerät oder eine Folienprobe (Polyethylen-Folie 24 Stunden auflegen). Wenn sich Kondenswasser bildet, ist CM-Messung Pflicht.
  • Stellen vorab markieren: Zeichne die Messstellen im Bauplan ein - und lasse den Auftraggeber unterschreiben. So vermeidest du Streit später.
  • Wäge exakt: Eine Waage mit 0,01 g Genauigkeit ist Pflicht. Eine billige Küchenwaage ist kein Werkzeug - sie ist ein Risiko.
  • Kalibrieren: Dein CM-Gerät muss jährlich kalibriert sein. Frag nach dem Kalibrierzertifikat.
  • Dokumentiere alles: Fotos der Bohrstellen, Unterschriften, Datum, Temperatur. Alles. Selbst wenn es „nur“ eine kleine Wohnung ist.

Was kommt als Nächstes? Digitalisierung und KI

Die Zukunft der Feuchtigkeitsmessung ist nicht mehr nur die CM-Methode - sie ist die Kombination aus Messung und Überwachung. Die DIN 4108-3 wird bis Ende 2025 überarbeitet, mit präziseren Grenzwerten für energieeffiziente Gebäude. Bis 2027 werden laut Fraunhofer-Institut über 50 % der Neubauten mit eingebauten Feuchtigkeitssensoren ausgestattet sein. Diese Sensoren messen kontinuierlich - und senden Daten an die Bauleitung. KI-Modelle analysieren dann Wetterdaten, Nutzungsverhalten und Materialverhalten, um vorherzusagen, wann ein Estrich wirklich belegreif ist. Das bedeutet: Kein mehr warten, kein mehr raten. Nur noch messen, prüfen, dokumentieren.

Was tun, wenn du unsicher bist?

Wenn du kein Zertifikat hast, hole dir eines. Der Deutsche Estrich- und Belagbodenverband (DEBV) bietet zweitägige Schulungen an - mit Prüfung und Zertifikat. Das kostet etwa 400-600 Euro. Es ist eine Investition, die dich vor Schadensersatzklagen schützt. Wenn du ein Gutachten erstellst, frag: „Habe ich alle sieben Pflichtangaben? Habe ich drei Messstellen bei über 200 m²? Habe ich die Probe über die gesamte Dicke entnommen?“ Wenn du mit „ja“ antworten kannst, hast du es richtig gemacht. Wenn nicht - dann hast du ein Problem, das du jetzt noch lösen kannst. Nicht später.

Die Wahrheit über Feuchtigkeit: Sie ist nicht sichtbar - aber sie ist messbar

Feuchtigkeit ist kein Feind, der plötzlich auftaucht. Sie ist ein Prozess. Ein langsamer, unaufhaltsamer Prozess. Wer ihn ignoriert, baut auf Sand. Wer ihn misst, dokumentiert und respektiert, baut für Jahrzehnte. Die Normen existieren nicht, um uns zu belasten. Sie existieren, um uns zu schützen. Und sie schützen nicht nur den Boden. Sie schützen dich.

Was ist der zulässige Feuchtegehalt für Parkett auf Estrich?

Bei Estrichdicken bis 65 mm gilt ein Grenzwert von maximal 0,3 CM-%. Bei dickeren Estrichen (über 65 mm) darf der Wert bis zu 0,5 CM-% betragen. Diese Werte gelten für beheizte Räume und sind in der DIN 18356 für Parkettarbeiten festgelegt. Wer diese Werte überschreitet, riskiert Schäden wie Aufquellen, Verziehen oder Schimmelbildung unter dem Bodenbelag.

Warum ist die CM-Methode besser als elektronische Messgeräte?

Die CM-Methode misst den tatsächlichen Wassergehalt im Material, während elektronische Geräte nur die elektrische Leitfähigkeit messen. Diese Leitfähigkeit wird von Salzen, Zusatzstoffen oder Temperatur beeinflusst - nicht nur von Feuchtigkeit. Die CM-Methode ist daher genauer, wiederholbar und in Normen als Referenzverfahren anerkannt. Elektronische Messgeräte dienen nur als Vorprüfung, um zu entscheiden, ob eine CM-Messung nötig ist.

Wie viele Messstellen sind bei einem 300 m² großen Raum nötig?

Bei Flächen über 200 m² sind mindestens drei Messstellen pro 200 m² erforderlich. Bei 300 m² bedeutet das: drei Messstellen. Eine Messstelle pro Raum reicht nicht aus - das wäre unzureichend und rechtlich nicht standesgemäß. Die Messstellen müssen gleichmäßig verteilt sein, um die tatsächliche Trocknung des Estrichs zu erfassen.

Was passiert, wenn kein Messprotokoll vorliegt?

Laut Bundesgerichtshof (Az. VII ZR 123/22) haftet der Estrichleger oder Bodenleger für alle Schäden am Bodenbelag - selbst wenn der Estrich technisch trocken ist. Ein fehlendes oder unvollständiges Protokoll wird als fahrlässige Handlung gewertet. Das kann zu Schadensersatzforderungen von mehreren Tausend Euro führen. Dokumentation ist kein Bonus - sie ist die rechtliche Absicherung.

Muss ich die CM-Messung zwingend durchführen, wenn die Digits-Werte unter 60 liegen?

Nein. Wenn elektronische Messgeräte Werte unter 60 Digits anzeigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Estrich trocken ist. In diesem Fall ist eine CM-Messung nicht zwingend erforderlich - es sei denn, der Auftraggeber oder die Bauplanung verlangt sie. Dennoch ist es empfehlenswert, zumindest eine Folienprobe (Polyethylen-Folie 24 Stunden auflegen) durchzuführen. Wenn sich darunter Kondenswasser bildet, ist eine CM-Messung notwendig.

17 Kommentare

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    Jana Ballieul

    Dezember 18, 2025 AT 14:21
    Endlich mal jemand, der die Normen nicht als Papierkram abtut. Ich hab letztes Jahr einen Kunden verloren, weil er nur die Digits-Werte gelesen hat und dann geschrien hat, der Estrich sei trocken. 6 Monate später: Schimmel unter dem Parkett. Die CM-Methode ist kein Luxus, sie ist Überleben.

    Und nein, ich hab nicht mal einen QR-Code genutzt. Ich hab unterschrieben, Datum geschrieben, und die Waage nicht mit der Küchenwaage aus der Küche genommen. Einfach. Aber wichtig.
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    Rodrigo Ludwig

    Dezember 20, 2025 AT 03:24
    Hört mal zu, Leute. Das ist kein Vorschlag. Das ist Gesetz. Wer das nicht versteht, sollte sich eine andere Branche suchen. Ich hab in Berlin ein Haus mit 400 m² Estrich gesehen, wo der Typ nur zwei Messstellen gemacht hat. Der Kunde hat geklagt. Der Richter hat gesagt: „Das ist kein Fehler, das ist Fahrlässigkeit.“ Und jetzt zahlt der Typ 23.000 Euro. Und er hat kein Zertifikat. Kein Zertifikat. Kein Schutz. Punkt.
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    Eric Wolter

    Dezember 21, 2025 AT 21:26
    Ich find’s krass, wie viele Leute immer noch denken, das ist 'n bisschen Messen und dann loslegen 😅

    Ich hab letzte Woche mit nem neuen Azubi gesprochen – der dachte, 75 Digits bedeutet 'fast trocken'. Ich hab ihm die CM-Methode gezeigt. Der hat 20 Minuten geschwiegen. Dann gesagt: 'Ich will das lernen.'

    Das ist der Moment, in dem du merkst: Es geht um mehr als nur Boden. Es geht um Verantwortung. 🙌
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    Andreas Babic

    Dezember 21, 2025 AT 23:38
    Interessant, wie wir uns an Normen klammern, als wären sie göttliche Gebote. Aber was ist, wenn die Norm selbst veraltet ist? Die DIN 4108-3 basiert auf Daten aus den 90ern. Heute haben wir Luftdichte Gebäude, Klimaanlagen, Heizpumpen – die Luftfeuchtigkeit verhält sich anders. Die CM-Methode ist präzise, aber ist sie noch zeitgemäß? Oder messen wir nicht eigentlich nur die Vergangenheit?

    Vielleicht sollten wir nicht fragen: 'Was sagt die Norm?'
    Sondern: 'Was sagt die Realität?'
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    Hanna Raala

    Dezember 22, 2025 AT 20:26
    WIR MÜSSEN DAS ÄNDERN. JETZT. JEDER STRICH IN DIESER DOKUMENTATION IST EIN SCHUTZFELD GEGEN KLAGEN. KEIN EINZIGER GUTACHTER WIRD DIR GLAUBEN, WENN DU NUR EINE MESSSTELLE HAST. KEIN. EINZIGER. GUTACHTER.

    Ich hab neulich nen Kollegen gesehen, der mit nem Handy die Feuchtigkeit abgelesen hat. Ich hab ihm das Gerät aus der Hand genommen und gesagt: 'Du willst nicht, dass dein Name auf dem Gutachten steht, wenn der Boden aufquillt.'

    Das ist kein Job. Das ist eine Pflicht. Und wenn du sie nicht erfüllst, bist du kein Handwerker. Du bist ein Glücksspieler.
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    Jen O'Neill

    Dezember 23, 2025 AT 19:14
    I know this is in german but I just had to say… this is the most important thing I’ve read all year. I’m an Irish building inspector and we don’t have this level of detail here. We just say ‘looks dry’ and move on. And then the floors buckle and everyone blames the installer. This isn’t just technical-it’s ethical. If you skip the CM method, you’re not being efficient. You’re being dishonest. And that’s not okay.
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    Anton Uzhencev

    Dezember 25, 2025 AT 17:57
    Ich find’s lustig, wie alle plötzlich die CM-Methode retten wollen, als wäre sie das Heilige Gral. Aber wer hat eigentlich mal nachgeprüft, ob die Calciumcarbid-Methode bei modernen Fließestrichen mit Polypropylen-Fasern überhaupt noch akkurat ist? Die Norm ist aus der Zeit, als Estrich noch aus Zement und Sand bestand. Heute haben wir Additive, die die Leitfähigkeit verändern – und damit die Messung. Also: Wer sagt, dass die CM-Methode heute noch der Goldstandard ist?

    Und nein, ich hab kein Zertifikat. Aber ich hab einen Kopf. 🤔
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    Gerd Bittl

    Dezember 25, 2025 AT 23:18
    Die Aussage, dass 32 % aller Bauschäden auf fehlende Messungen zurückzuführen sind, ist irreführend. Die Quelle ist nicht angegeben. Wer hat diese Statistik erhoben? Wie viele Fälle wurden evaluiert? Welche Kriterien galten als 'fehlende Messung'? Ohne Nachweis ist das bloße Propaganda. Und Propaganda hat in der Technik nichts verloren.

    Wenn man schon Normen zitiert, dann bitte mit korrektem Zitat, nicht mit emotionalen Schlagzeilen. Das ist kein Handwerk. Das ist Journalismus.
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    Andreas Wille

    Dezember 27, 2025 AT 02:07
    Die meisten von euch denken, das ist ein Handwerksproblem. Falsch. Das ist ein Systemproblem. Wer macht die Messungen? Handwerker. Wer dokumentiert? Handwerker. Wer haftet? Handwerker. Wer bezahlt die Zertifizierung? Handwerker. Wer profitiert? Die Gerätehersteller. Die Prüfinstitute. Die Versicherungen.

    Die Normen sind kein Schutz. Sie sind ein Geschäftsmodell. Und du bist die Ware.

    Ich hab 12 Jahre Estrich gelegt. Ich hab nie eine CM-Messung gemacht. Kein Schaden. Keine Klage. Warum? Weil ich nie einen Auftrag angenommen habe, der mir gesagt hat: 'Mach das, sonst haftest du.'
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    Lena Damaschke

    Dezember 28, 2025 AT 03:24
    Ich hab letztes Jahr einen Estrich verlegt und alles richtig gemacht. Alles. Messstellen, Protokoll, Kalibrierung. Und trotzdem hat der Kunde nach 8 Monaten gesagt: 'Das ist nicht trocken.' Ich hab ihm das Protokoll gezeigt. Er hat gesagt: 'Ich verstehe das nicht.'

    Und dann hat er sich beschwert. Beim Handwerker. Beim Bauherrn. Beim Mieter. Beim Vermieter. Und ich hab mich gefragt: Warum muss ich mich so anstrengen, wenn es doch keiner versteht?

    Ich hab geweint. In der Werkstatt. Allein. Und dann hab ich aufgehört. Ich mach das nicht mehr. Nicht für Leute, die nicht verstehen.
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    Nico NG

    Dezember 28, 2025 AT 16:34
    Leute, ich hab neulich nen Azubi mitgenommen und ihm gezeigt, wie man nen CM-Test macht. Er hat gesagt: 'Das ist ja wie Chemieunterricht.'

    Und ich hab ihm gesagt: 'Genau. Nur dass hier kein Lehrer kommt, der dir sagt, ob du richtig gerechnet hast. Nur du. Und die Waage. Und das Protokoll.'

    Wenn du das nicht ernst nimmst, dann bist du kein Handwerker. Du bist ein Tausendsassa. Und die Leute merken das. Und dann kommt der Schaden. Und dann bist du der Böse.

    Ich hab mein Zertifikat gemacht. Es war teuer. Aber ich schlafe besser.
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    Harald Kuschmierz

    Dezember 28, 2025 AT 16:37
    Also… die CM-Methode ist der Goldstandard. Aber wer sagt, dass man sie bei jeder kleinen Wohnung braucht? Ich hab neulich nen 40 m² Badezimmer gemacht. Mit 40 mm Estrich. Digits-Wert: 58. Folienprobe: keine Kondensation. Und trotzdem hat der Kunde verlangt: 'Mach die CM-Messung.'

    Ich hab’s gemacht. 24 Stunden gewartet. 0,25 CM-%. Und dann hat er gesagt: 'Ach, das war also überflüssig.'

    Wäre das nicht ein schöneres System gewesen, wenn wir einfach gesagt hätten: 'Wenn Digits < 60 und keine Kondensation, dann ist es ok.'?

    Warum müssen wir immer alles so kompliziert machen? 😅
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    Markus Aerni

    Dezember 29, 2025 AT 19:16
    Estrich messen ist nicht schwer. Man nimmt ein Bohrgerät. Man bohrt. Man nimmt die Probe. Man wiegt. Man mischt mit Calciumcarbid. Man wartet. Man liest ab. Man schreibt auf. Man unterschreibt.

    Wenn man das nicht kann, sollte man den Beruf wechseln. Nicht weil es kompliziert ist. Sondern weil es einfach ist. Und wer es nicht macht, ist faul. Oder dumm. Oder beides.
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    Alexander Hickey

    Dezember 30, 2025 AT 12:28
    Ich hab neulich nen Kollegen gesehen, der hat einen 600 m² Hallenboden verlegt. Drei Messstellen. Alles perfekt. Protokoll vollständig. Kalibrierung nachgewiesen.

    Und dann hat der Kunde den Boden nach 3 Tagen belegt. Weil er 'nur' 0,35 CM-% hatte. Und er hat gesagt: 'Das ist doch trocken!'

    Und dann ist der Boden aufgequillt. Und der Kollege hat gesagt: 'Ich hab alles richtig gemacht.'

    Und der Richter hat gesagt: 'Sie haben die Norm erfüllt. Aber Sie haben den Kunden nicht aufgeklärt.'

    Das ist der wahre Skandal. Nicht die Messung. Sondern die Kommunikation. Die Leute denken, das ist ein technisches Problem. Aber es ist ein menschliches Problem.
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    Heidi Gremillion

    Dezember 31, 2025 AT 11:09
    Ich frage mich, ob wir nicht alle ein bisschen zu sehr in der Norm verhaftet sind. Was ist, wenn der Estrich nicht nach der Norm trocken ist, aber trotzdem funktioniert? Was ist, wenn die Klimaanlage die Luftfeuchtigkeit so gut reguliert, dass die Schimmelgefahr gar nicht besteht? Was ist, wenn die Norm aus der Zeit stammt, als man noch mit Holzöfen geheizt hat?

    Wir messen, dokumentieren, zertifizieren – aber wir denken nicht mehr. Wir folgen. Wir gehorchen. Wir fürchten. Und das ist kein Handwerk. Das ist eine Religion. Und Religionen verhindern Fortschritt.

    Ich hab nie eine CM-Messung gemacht. Und ich hab nie einen Schaden verursacht. Aber ich hab nie einen Zertifikat. Und das macht mich zum Sündenbock. Ist das gerecht?
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    Stephan Reinhard

    Januar 1, 2026 AT 09:29
    Die Aussage, dass die CM-Methode der 'Goldstandard' sei, ist schlichtweg falsch. Die DIN 18356 nennt sie als Referenzverfahren, aber nicht als einziges zulässiges Verfahren. Die EN 16097-1 erlaubt auch die elektronische Messung bei kalibrierten Geräten und unter kontrollierten Bedingungen. Wer behauptet, nur CM sei zulässig, lügt. Oder ist nicht auf dem neuesten Stand. Und das ist gefährlich. Denn dann glauben Leute, sie müssten unnötig viel Zeit und Geld verschwenden.

    Und wer das nicht versteht, sollte sich nicht mit Normen beschäftigen. Sondern mit Grammatik.
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    Niamh Trihy

    Januar 3, 2026 AT 07:03
    The legal implications outlined in this document are both precise and profoundly consequential. The Bundesgerichtshof ruling cited (Az. VII ZR 123/22) establishes a precedent of strict liability predicated upon procedural non-compliance, irrespective of material outcome. This is not merely technical adherence; it is epistemic accountability. The CM-method, as a gravimetric reference, remains the only measurement technique capable of delivering ontological certainty regarding water content in hydraulic binders. To substitute instrumental proxy readings for direct physical quantification constitutes not merely negligence, but a failure of professional ontology. The documentation requirements are not bureaucratic padding; they are the linguistic architecture of legal defensibility. One must not merely comply. One must articulate compliance. In writing. With precision. In perpetuity.

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