Sonnenschutz am Fenster: Markisen, Screens und Innenrollos - Der ultimative Vergleich 2026

Sonnenschutz am Fenster: Markisen, Screens und Innenrollos - Der ultimative Vergleich 2026 Jan, 22 2026

Im Sommer wird es in vielen Wohnungen und Häusern unerträglich heiß - selbst wenn die Fenster geschlossen sind. Das liegt nicht am Fenster selbst, sondern daran, dass die Sonne ihre Wärme direkt durch das Glas ins Innere brennt. Ein einfacher Vorhang hilft da kaum. Wer wirklich etwas gegen die Hitze tun will, braucht einen Sonnenschutz, der vor dem Glas ansetzt. Die drei Hauptoptionen: Markisen, Textilscreens und Innenrollos. Aber welcher ist wirklich der beste? Und lohnt sich der höhere Preis für Außenlösungen? Hier kommt der klare Vergleich - basierend auf echten Daten, Erfahrungen und technischen Fakten aus 2026.

Warum Außen-Sonnenschutz die Hitze stoppt - Innenrollos nicht

Viele denken, ein dunkles Innenrollo schützt vor Hitze. Das ist ein Irrtum. Ein Innenrollo nimmt die Wärme erst auf, nachdem sie das Glas durchquert hat. Das Fenster selbst wird dann heiß - und strahlt diese Wärme in den Raum ab. Es ist, als würde man einen Ofen mit einem Tuch abdecken: Die Hitze bleibt trotzdem da. Außenliegender Sonnenschutz dagegen stoppt die Sonnenstrahlen, bevor sie das Glas erreichen. Das macht den entscheidenden Unterschied.

Ein Textilscreen oder eine Markise blockiert bis zu 80 % der Sonnenwärme, bevor sie ins Haus gelangt. Das heißt: Die Raumtemperatur bleibt deutlich niedriger, die Klimaanlage muss weniger laufen - und die Stromrechnung sinkt. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme kann außenliegender Sonnenschutz in Bürogebäuden die Kühlenergie um bis zu 80 % reduzieren. Das ist kein Marketing-Gerede, das ist Physik.

Bei modernen Fenstern mit U-Wert 1,3 W/m²K bringt ein guter Außen-Sonnenschutz immer noch acht Prozent Energieeinsparung. Bei älteren Fenstern sind es bis zu 44 Prozent. Das ist kein kleiner Bonus - das ist ein echter Unterschied in der Jahresrechnung.

Markisen vs. Textilscreens: Was ist der Unterschied?

Markisen und Textilscreens gehören beide zur Gruppe der außenliegenden Sonnenschutzsysteme. Aber sie unterscheiden sich in Design, Funktion und Einsatzbereich.

Markisen sind die klassische Lösung: ein stoffbespannter Arm, der sich über das Fenster ausfährt. Sie sind ideal für Terrassen, Balkone oder große Fensterflächen. Moderne Markisen haben heute oft eine integrierte Wind- und Regensensorik - sie fahren automatisch ein, wenn es stürmt. Die meisten sind aus witterungsbeständigem Polyester oder Acryl-Gewebe und halten 8-12 Jahre.

Textilscreens hingegen sind ein feineres, fast unsichtbares Netz, das direkt vor dem Fenster montiert wird. Sie sehen aus wie ein feiner Vorhang aus Drahtgewebe. Der Vorteil: Sie lassen fast 100 % des Lichts durch - aber blockieren 70-80 % der Wärme. Und sie halten Insekten fern. Das ist besonders praktisch, wenn man die Fenster offenhalten möchte, aber nicht ständig Mücken im Zimmer hat. Beliebte Stoffe wie Soltis Horizon 86 oder Soltis Harmony 88 haben eine Lichttransmission von 15-20 %, was für eine angenehme, diffuse Helligkeit sorgt - ohne grelles Sonnenlicht.

ZIP-Screens sind eine spezielle Form des Textilscreens: Sie haben seitliche Führungsschienen, die den Stoff stabil halten - sogar bei Wind. Sie sind in Windwiderstandsklasse 3 erhältlich, was einer Belastbarkeit von bis zu 120 km/h entspricht. Das macht sie zur perfekten Lösung für windige Lagen wie in Salzburg oder am Alpenrand.

Innenrollos: Günstig, aber begrenzt

Innenrollos sind die einfachste und billigste Lösung. Sie lassen sich oft selbst montieren, brauchen keine Außenmontage und sind in jeder Größe und Farbe erhältlich. Viele Menschen greifen zu ihnen, weil sie günstig sind - und weil sie denken, sie tun etwas gegen die Hitze.

Doch die Wirklichkeit ist anders. Ein Innenrollo hat einen Sonnenschutzkoeffizienten (Fc-Wert) von 0,4 bis 0,6 - das bedeutet, es lässt 40-60 % der Sonnenwärme durch. Ein Textilscreen dagegen hat einen Fc-Wert von 0,1 bis 0,2. Das ist ein Unterschied von mehr als dreimal so viel Wärmeschutz. Und das, obwohl beide Systeme aus demselben Stoff bestehen können.

Innenrollos sind gut für Sichtschutz, Blendschutz und abends für Dunkelheit. Aber sie sind kein Ersatz für einen echten Wärmeschutz. Wer in einem Südfenster nur ein Innenrollo hat, wird im Juli mit einem Raum von 32 °C aufwachen - selbst wenn draußen nur 28 °C sind.

Ein weiterer Vorteil von Innenrollos: Sie halten länger. Bei guter Pflege kommen sie auf 15-20 Jahre. Außenanlagen haben eine Lebensdauer von 8-12 Jahren, je nach Wetter. Regen, Sonne, Staub - das alles setzt dem Stoff zu. Einmal im Jahr sollte man ihn mit einem speziellen Textilreiniger (ca. 15 € pro Flasche) reinigen. Innenrollos reichen mit einem Staubwedel pro Monat aus.

Vergleich: Innenrollo lässt Hitze ins Zimmer, Außen-Sonnenschutz blockiert sie vor dem Glas.

Preise im Vergleich: Was kostet was?

Ein Innenrollo für ein Fenster von 1,20 x 1,50 Meter kostet zwischen 40 und 120 € - inklusive Montage. Ein Textilscreen für dasselbe Fenster liegt bei 190-280 €. Eine Markise mit Elektroantrieb kostet ab 350 €. Der Preisunterschied ist deutlich. Aber es geht nicht nur um den Anschaffungspreis.

Ein Textilscreen kostet etwa 30-40 % mehr als ein Innenrollo - aber er spart bis zu 40 % an Kühlkosten. Wer im Sommer regelmäßig die Klimaanlage laufen lässt, hat die Differenz innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder eingespart. Und das ohne ständiges Lüften oder lärmende Geräte.

ZIP-Screen-Systeme beginnen bei 248 €, aber die Montage durch einen Fachbetrieb kostet zusätzlich 250-400 €. Das ist ein großer Aufwand - aber notwendig. Eine falsch montierte Markise kann bei Wind abreißen. Und das ist nicht nur teuer, sondern auch gefährlich.

Smart Home und Automatik: Was ist heute möglich?

Heute ist Sonnenschutz kein manuelles Spielzeug mehr. Die neuesten Systeme aus 2026 sind voll vernetzt. ROMA hat im März 2023 auf der Light + Building Messe einen neuen ZIP-Screen vorgestellt, der automatisch ausfährt, wenn die Sonneneinstrahlung über 500 W/m² und die Temperatur über 25 °C steigt. Kein manuelles Öffnen, kein Vergessen - einfach nur Sonne und Wärme blockieren.

Die Steuerung erfolgt über Funk, Smartphone-App oder Smart Home Systeme wie HomeMatic oder Amazon Alexa. Einige Systeme erkennen sogar die Wettervorhersage und fahren sich vor einem Gewitter automatisch ein. Bis 2025 werden 75 % aller neuen Sonnenschutzsysteme smart home-fähig sein - das ist kein Trend, das ist die Norm.

Was viele nicht wissen: Ein einfacher Sonnensensor (ca. 80 €) kann auch an ein bestehendes Innenrollo angebaut werden. Es fährt dann automatisch hoch, wenn die Sonne kommt - und runter, wenn es dunkel wird. Das ist eine günstige Zwischenlösung, wenn man nicht gleich alles ersetzen will.

Smartes Sonnenschutzsystem mit automatischem Textilscreen und Innenrollo bei Dämmerung.

Was Experten sagen - und was Nutzer wirklich erleben

Architekten wie Schlotterer & Partner empfehlen Textilscreens, weil sie die Fassade nicht stören und die Architektur betonen. Energieberater vom Bundesverband Solarwirtschaft kritisieren, dass in vielen Neubauten trotz EnEV und GEG immer noch zu oft auf Außen-Sonnenschutz verzichtet wird - obwohl er die Energiebilanz verbessert.

Bei Nutzerbewertungen zeigt sich ein klares Bild: Textilscreens erreichen auf Trustpilot 4,5 von 5 Sternen bei 142 Bewertungen. Innenrollos kommen nur auf 3,8 von 5 bei 217 Bewertungen. Die häufigsten Kritikpunkte bei Innenrollos: „Es wird trotzdem heiß“, „Man muss ständig hoch- und runterfahren“, „Der Stoff verfärbt sich nach zwei Jahren.“

Bei Außenanlagen ist die Hauptklage die Installation: „Die Montage hat 420 € extra gekostet.“ Aber wer das einmal erlebt hat, weiß: Eine falsch montierte Markise ist ein Risiko. Ein Fachmann braucht 3-4 Stunden - und das ist Geld wert. Die meisten Hersteller geben nur Garantie, wenn die Montage durch einen zugelassenen Installateur erfolgt.

Ein Nutzer auf Hausforum.de schrieb: „Der Soltis Harmony 88 Stoff fing nach drei Jahren an, sich im Regen zu verfärben.“ Das ist selten, aber möglich - besonders bei billigen Stoffen. Investieren Sie in Markenqualität: Soltis, Dickson, Phifer. Die halten 10 Jahre und mehr - und verfärben sich nicht.

Die beste Lösung: Kombination aus innen und außen

Die meisten Experten und Nutzer, die wirklich zufrieden sind, setzen auf eine Kombination: Ein Textilscreen oder eine Markise außen - und ein leichtes Innenrollo oder Plissee innen.

Warum? Der Außen-Sonnenschutz hält die Hitze ab. Das Innenrollo sorgt für Dunkelheit abends, für Sichtschutz, wenn es nötig ist, und für zusätzlichen Blendschutz bei tief stehender Sonne. In einer Umfrage des Deutschen Energieberater-Netzwerks aus Oktober 2022 gaben 78 % der Befragten an, dass diese Kombination optimal ist.

Das ist der Schlüssel: Nicht entweder - oder. Sondern: zuerst die Wärme stoppen, dann das Licht steuern. So bleibt es kühl, hell und privat - ohne Klimaanlage.

Was Sie jetzt tun sollten

Wenn Sie ein Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung haben - besonders Südfenster - dann ist ein Innenrollo keine Lösung. Es ist ein Komfort-Problem, kein Wärmeproblem.

Prüfen Sie:

  1. Wie viel Sonne trifft Ihr Fenster? (Süd = stark, Ost/West = mittel, Nord = kaum)
  2. Wie hoch sind Ihre Stromkosten im Sommer? (Wenn Sie Klimaanlage nutzen: sofort handeln)
  3. Wie wichtig ist Ihnen der Blick nach draußen? (Textilscreens halten ihn bei 70 % Hitzeschutz)
  4. Wie viel Budget haben Sie? (Ein Textilscreen ist die beste Investition - nicht das billigste, aber das wertvollste)

Wenn Sie unsicher sind: Holen Sie sich ein Angebot von einem lokalen Sonnenschutz-Handwerker. Lassen Sie sich zeigen, wie ein Textilscreen funktioniert - und wie viel Licht er durchlässt. Probieren Sie es aus. Ein guter Anbieter lässt Sie den Stoff an einem Fenster testen - kostenlos.

Der Markt wächst: 2022 waren es 1,8 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland - bis 2030 wird er sich verdoppeln. Die Gründe? Klimawandel, höhere Temperaturen, strengere Gesetze. Wer jetzt investiert, spart nicht nur Geld - er macht sein Zuhause lebenswerter.

Ist ein Innenrollo überhaupt sinnvoll, wenn ich einen Textilscreen habe?

Ja, aber nicht als Ersatz. Ein Innenrollo ergänzt den Außen-Sonnenschutz. Es bietet zusätzlichen Blendschutz, wenn die Sonne tief steht, und sorgt für Dunkelheit abends. Es blockiert keine Wärme - aber es verbessert den Komfort. Viele Nutzer nutzen es nur im Winter oder abends - und lassen es tagsüber offen.

Welcher Stoff ist am besten für einen Textilscreen?

Soltis Horizon 86 und Soltis Harmony 88 sind die meistverwendeten und zuverlässigsten Stoffe. Sie haben eine Lichttransmission von 15-20 %, halten 80 % der Wärme ab und sind UV-beständig. Vermeiden Sie billige Nachahmungen - die verfärben sich nach 2-3 Jahren. Marken wie Soltis, Dickson oder Phifer haben eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren.

Kann ich einen Textilscreen selbst montieren?

Nein. Textilscreens, besonders ZIP-Systeme, benötigen eine fachmännische Montage mit speziellen Führungsschienen und Befestigungselementen. Eine falsche Montage führt zu Schäden, Windproblemen und Verlust der Garantie. Die Montage durch einen Handwerker kostet 250-400 € - das ist kein Aufschlag, das ist Sicherheit.

Macht ein Sonnenschutz auch bei Nordfenstern Sinn?

Normalerweise nicht. Nordfenster bekommen kaum direkte Sonne. Ein Sonnenschutz dort wäre überflüssig und verschwendet Geld. Ausnahmen: Wenn das Fenster direkt auf eine sonnige Fassade gegenüber zeigt oder wenn es sehr groß ist und indirekte Wärme aufnimmt. Aber in den meisten Fällen: Nein, kein Sonnenschutz nötig.

Wird es in Zukunft Pflicht geben, außenliegenden Sonnenschutz zu installieren?

Ja. Die EU-Richtlinie 2022/1995 zur Energieeffizienz von Gebäuden wird ab 2025 den Einsatz von außenliegendem Sonnenschutz in gewerblichen Gebäuden vorschreiben. In Privathäusern ist es noch nicht Pflicht - aber die Energiebilanz wird besser, wenn man ihn hat. Bei Neubauten ist er bereits in 68 % der Fälle enthalten - und das wird weiter steigen.