Versicherungscheck nach Sanierung: So passen Sie Ihre Immobilienversicherung richtig an
Feb, 8 2026
Wenn Sie Ihre Immobilie sanieren, ändert sich nicht nur das Aussehen Ihres Hauses - es verändert sich auch der Wert. Und mit dem Wert ändert sich etwas Wichtiges: Ihre Versicherung. Viele Hausbesitzer denken, dass ihre bestehende Wohngebäudeversicherung nach einer Renovierung immer noch ausreicht. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Laut der DSL Bank sind 62,4 % der deutschen Immobilienbesitzer nach einer Sanierung unterversichert. Das bedeutet: Im Schadensfall zahlt die Versicherung nicht den vollen Ersatzwert - und Sie müssen den Rest selbst bezahlen. Manchmal tausende Euro.
Warum ein Versicherungscheck nach Sanierung Pflicht ist
Jede größere Sanierung gilt rechtlich als Gefahrenerhöhung. Das steht klar im Versicherungsvertragsgesetz (§ 97 VVG). Das bedeutet: Sie müssen Ihren Versicherer informieren. Nicht umsonst. Wenn Sie das nicht tun, verlieren Sie unter Umständen Ihren Versicherungsschutz. Selbst wenn der Schaden völlig unabhängig von der Sanierung ist - etwa ein Rohrbruch oder ein Sturmschaden - kann die Versicherung sich weigern zu zahlen, weil Sie die Pflicht zur Meldung verletzt haben. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) ist dieser Schritt seit der Einführung der VGB 2020 verbindlich geregelt. Die Versicherer haben klare Regeln, wie sie den neuen Wert Ihres Hauses berechnen. Und diese Berechnung ist nicht einfach nur ein Tipp - sie ist notwendig, um Ihre finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.Was sich nach der Sanierung ändert: Der Neubauwert
Die wichtigste Zahl, die Sie kennen müssen, ist der Neubauwert. Das ist der Betrag, den es kosten würde, Ihr Haus heute komplett neu zu bauen - mit den gleichen Materialien, der gleichen Qualität und den gleichen Standards wie heute. Nach einer Sanierung ist dieser Wert meist höher. Um wie viel? Das hängt davon ab, was Sie gemacht haben. Eine Studie der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Jahr 2022 zeigt: Durchschnittlich steigt der Wert einer Immobilie nach einer Sanierung um 15 bis 25 %. Bei einer energetischen Sanierung mit Wärmepumpe, neuer Dämmung und Fenstern ist der Anstieg oft am höchsten. Bei einer einfachen Farbgebung oder Fliesenlegung eher geringer. Aber hier kommt der entscheidende Punkt: Viele Versicherer berechnen den Neubauwert mit dem Wohnflächentarif. Das heißt: Sie multiplizieren die Wohnfläche in Quadratmetern mit einem festen Wert pro Quadratmeter. Laut Gothaer Versicherung liegt dieser Wert heute zwischen 2.500 und 3.000 Euro pro Quadratmeter. Wenn Ihr Haus 150 Quadratmeter Wohnfläche hat, wäre der Neubauwert also zwischen 375.000 und 450.000 Euro. Aber Achtung: Nicht alle Flächen zählen gleich. Balkone und Terrassen werden nur zu 50 % eingerechnet. Das hat Prof. Dr. Sabine Lorenz von der Frankfurt School of Finance & Management in einem Gutachten vom April 2023 deutlich gemacht. Viele Hausbesitzer unterschätzen das - und das führt zu systematischen Unterdeckungen von durchschnittlich 7,2 %.Was Sie genau prüfen müssen: Die fünf Schritte
Ein guter Versicherungscheck nach Sanierung ist kein einseitiger Prozess. Er ist ein systematischer Ablauf. Hier sind die fünf Schritte, die Sie befolgen sollten:- Dokumentieren Sie alles: Sammeln Sie alle Rechnungen, Baupläne, Fotos vorher/nachher und sogar Quittungen für Eigenleistungen. Wenn Sie selbst die Dachrinnen montiert haben - dokumentieren Sie es. Die SparkassenVersicherung bietet seit 2022 ein digitales Upload-Tool, wo Sie diese Unterlagen hochladen können.
- Berechnen Sie den neuen Neubauwert: Nutzen Sie den Wohnflächentarif, aber prüfen Sie, ob Ihr Versicherer eine andere Methode anwendet. Alternativ lassen Sie sich ein Sachverständigengutachten erstellen - das kostet zwischen 150 und 500 Euro, ist aber genau.
- Melden Sie die Gefahrenerhöhung: Sie haben nur 14 Tage Zeit, nachdem die Sanierung abgeschlossen ist. Zögern Sie nicht. Die Versicherung kann sich später weigern, wenn Sie zu spät sind. Laut UW-Versicherungsmakler ist dies die häufigste Ursache für Streitfälle.
- Prüfen Sie die versicherten Risiken: Hat die Sanierung neue Risiken gebracht? Eine neue Heizung? Ein neues Dach? Dann prüfen Sie, ob Elementarschäden (Hochwasser, Sturm, Hagel) abgedeckt sind. Laut Dr. Thomas Krämer vom GDV müssen heute 78 % der modernisierten Gebäude in Hochwassergebieten auch diese Risiken versichern.
- Erhalten Sie die neue Versicherungsurkunde: Vergleichen Sie die neue Summe mit Ihrem alten Vertrag. Prüfen Sie, ob der sogenannte gleitende Neuwert Plus enthalten ist. Das ist ein wichtiger Schutz: Er erhöht die Versicherungssumme automatisch um mindestens 3,5 % pro Jahr, um die steigenden Baupreise auszugleichen. Nur 43 % aller Policen haben diesen Schutz - prüfen Sie, ob Ihre dabei ist.
Was passiert, wenn Sie nichts tun?
Einige Hausbesitzer denken: „Ich habe ja schon lange versichert. Warum soll ich jetzt etwas ändern?“ Das ist eine teure Falle. Die Deutsche Schadenshilfe berichtete im August 2023: In 63 % der Streitfälle um nicht angepasste Versicherungssummen wurde zugunsten der Versicherer entschieden. Warum? Weil die Versicherten ihre Obliegenheitspflicht verletzt hatten. Die Versicherer haben recht - und der Hausbesitzer zahlt. Ein Fall aus Reddit (r/Immobilien, August 2023) zeigt das dramatisch: Ein Mann hatte sein Dach sanieren lassen - mit einem Eigenanteil von 25.000 Euro. Nach einem Sturmschaden erfuhr er, dass seine Versicherungssumme nicht angepasst worden war. Die Versicherung zahlte nur 67 % der Reparaturkosten. Der Rest - fast 15.000 Euro - musste er selbst bezahlen. Ein professioneller Versicherungscheck kostet im Durchschnitt 185 Euro. Die Nichtdurchführung kann aber durchschnittlich 14.300 Euro an Zusatzkosten verursachen. Das ist kein Risiko, das man eingehen sollte.Was ist mit Eigenleistungen?
Wenn Sie selbst arbeiten - die Wand gestrichen, die Heizung montiert, die Dämmung gelegt - ist das toll. Aber für die Versicherung zählt nur, was Sie dokumentieren können. Die meisten Versicherer verlangen Rechnungen von Handwerkern. Was, wenn Sie selbst gearbeitet haben? Laut Nutzerberichten auf Finanzfrage.net haben 58 % der Betroffenen Probleme, den Wert ihrer Eigenleistungen nachzuweisen. Lösung: Machen Sie Fotos, notieren Sie die Zeit, die Sie investiert haben, und halten Sie die Materialrechnungen. Einige Versicherer akzeptieren eine pauschale Schätzung, wenn Sie den energetischen Sanierungsnachweis nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorlegen. Das ist ein offizieller Nachweis, der auch von der KfW verwendet wird.
Welche Versicherung passt nach der Sanierung?
Nicht jede Versicherungspolice ist gleich. Wenn Sie eine Sanierung durchgeführt haben, sollten Sie prüfen, ob Ihre Police den gleitenden Neuwert Plus enthält. Ohne diesen Schutz steigt Ihre Versicherungssumme nicht mit den Baupreisen - und Sie werden mit der Zeit immer mehr unterversichert. Auch die Bauherrenhaftpflichtversicherung ist wichtig. Wenn Sie eine Sanierung mit Kosten über 20.000 Euro durchführen, sollten Sie diese abschließen. Die private Haftpflichtversicherung deckt nur kleine Arbeiten ab. Bei größeren Projekten ist sie nicht ausreichend. Laut Bund der Versicherten sollten 92 % der Sanierungen mit einem solchen Schutz abgesichert werden.Neue Entwicklungen: KfW-Sanierungsbonus und KI-Tools
Seit dem 1. Januar 2023 gibt es einen Sanierungsbonus der KfW. Wenn Sie eine energetische Sanierung durchführen - etwa Dämmung, Fenster, Heizung - können Sie eine kostenfreie Anpassung Ihrer Versicherungssumme beantragen. Bis September 2023 wurden bereits 18.450 Anträge gestellt. Das ist ein großer Vorteil, den viele nicht nutzen. Auch die Technologie ändert sich. SparkassenVersicherung und Allianz bieten mittlerweile KI-gestützte Tools an, die den Neubauwert automatisch berechnen. Sie laden einfach Ihre Rechnungen hoch - und die Software sagt Ihnen, wie hoch Ihre neue Versicherungssumme sein muss. Gothaer hat eine digitale Checkliste mit 23 Prüfpunkten eingeführt, die den Fehleranteil um 62 % reduziert hat.Was Sie jetzt tun sollten
Sie haben gerade eine Sanierung abgeschlossen? Dann warten Sie nicht. Machen Sie es heute:- Sammlen Sie alle Unterlagen: Rechnungen, Pläne, Fotos.
- Prüfen Sie Ihre aktuelle Versicherungssumme - stimmt sie noch mit dem Neubauwert überein?
- Kontaktieren Sie Ihren Versicherer - und fragen Sie nach dem gleitenden Neuwert Plus und dem Sanierungsbonus der KfW.
- Wenn Sie unsicher sind: Lassen Sie sich einen kostenlosen Bedarfscheck anbieten. SparkassenVersicherung bietet diesen an - und viele Nutzer bewerten ihn mit 4,3 von 5 Sternen.
Ein Versicherungscheck nach Sanierung ist kein lästiges Papierkram. Er ist ein Schutz. Ein Schutz für Ihr Zuhause. Ein Schutz für Ihre Finanzen. Und ein Schutz, den Sie nicht verschenken sollten.