Ankerpreis: Was es bedeutet und wie es Ihre Immobilienentscheidung beeinflusst
Ein Ankerpreis, ein strategisch gesetzter Ausgangspunkt im Immobilienverhandlungsprozess, der die Wahrnehmung des tatsächlichen Wertes beeinflusst. Auch bekannt als Startpreis, ist er nicht der Endpreis – sondern der psychologische Fixpunkt, der sagt: ‚Das ist der Wert, von dem aus wir ausgehen.‘ In der Praxis entscheidet dieser Preis oft, ob Sie als Käufer überhaupt ins Gespräch kommen – oder gleich abspringen.
Der Ankerpreis taucht überall auf, wo Werte verhandelt werden: bei der Kaufpreisaufteilung von ererbten Immobilien, bei der Bewertung von Logistikimmobilien oder sogar bei der Preisgestaltung von Glasrückwänden in der Küche. Er ist kein Zufall. Vermieter und Verkäufer setzen ihn bewusst – oft höher als der Marktwert –, um Ihre Wahrnehmung zu lenken. Studien zeigen: Wer einen hohen Ankerpreis sieht, akzeptiert später höhere Angebote, selbst wenn er weiß, dass er überzogen ist. Das ist kein Trick, das ist Psychologie. Und sie funktioniert, weil wir uns an Zahlen orientieren, die zuerst fallen. Ein Kaufpreis wirkt fair, wenn er nur 10 % unter dem Anker liegt – selbst wenn er 30 % über dem realen Wert steht.
Was macht den Unterschied? Der Marktanteil. In Städten wie Frankfurt oder München, wo Logistikimmobilien mit bis zu 4,75 % Rendite locken, ist der Ankerpreis oft knapp unter dem Höchstpreis angesetzt. In Berlin oder Leipzig dagegen, wo Leerstände steigen, wird er bewusst niedriger gesetzt – um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und bei ererbten Immobilien? Da wird der Ankerpreis oft durch die Aufteilung von Boden- und Gebäudewert manipuliert, um Steuern zu minimieren. Es geht nicht um den Preis, sondern um die Geschichte, die er erzählt.
Die Posts hier zeigen: Der Ankerpreis ist kein isolierter Wert. Er hängt mit Kaufnebenkosten zusammen, mit der Notarkostenberechnung, mit dem Wertverlust durch Umweltschäden und sogar mit der Frage, ob Sie einen Aufzug nachrüsten. Er ist der erste Schritt in einer Kette von Entscheidungen – und wenn Sie ihn nicht verstehen, verhandeln Sie im Dunkeln. In den folgenden Artikeln finden Sie konkrete Beispiele, wie Ankerpreise gesetzt werden, wo sie fallen und wie Sie sie für sich nutzen. Sie lernen, wann ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein – und wann es tatsächlich der richtige Moment ist, zuzuschlagen.